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Die Völkertafel von Genesis 10 als genealogische Raumordnung Form, Funktion, Geographie

Hieke, Thomas 20 December 2013 (has links) (PDF)
Die sogenannte Völkertafel von Genesis 10 ist ein fiktionaler Text, der die Kategorien Ab- stammung und Verwandtschaft als Darstellungsmittel verwendet, um in narrativer Weise eine räumliche Ordnung der vorfindlichen Welt vorzunehmen. Das Kapitel ist ein ausge- wogen strukturiertes Ganzes, das die Aspekte Sprache, ethnische Zugehörigkeit, räumli- che Lage und Verwandtschaft in ein einziges Bild der Völkerwelt integriert. Die Völker kommen in Genesis 10 als autonome Größen eigenen Rechts in den Blick und werden unter drei Ausgangsgrößen (entsprechend den drei Großmachtsphären) systematisiert. Die Darstellung der Völkerschaften als verwandt macht deutlich, dass alle Menschen trotz ihrer kulturellen Eigenheiten zueinander in Beziehung stehen. In der Erzähllinie des Buches Genesis ist die Völkertafel eine Ätiologie für die Ausbreitung der Menschheit im Raum und eine Erfüllung des Schöpfungssegens: Alle existierenden Völker gehören zu der von Gott geschaffenen Menschheit. Die Völkertafel hat außerdem die Funktion, die bekannten Völker geographisch zu verorten und sie über genealogische Beziehungen auch zueinander ins Verhältnis zu setzen. Genesis 10 zeigt die Weltdeutung und die politische Sichtweise ihrer Verfasser zu deren Zeit. The so-called Table of Nations from Genesis 10 is a fictional text that employs the categories of lineage and kinship as a representational means for arranging the existing world into a spatial order through narrative. The chapter is a well-balanced whole that integrates aspects of language, ethnic affiliation, spatial locations and kinship into a unique image of the nations of the world. Genesis 10 depicts the nations as autonomous powers of their own right, and groups them systematically into three entities (corresponding to the three imperial spheres). By representing the tribes as interrelated, the Table makes it clear that all people, despite their cultural differences, are related to one another. Within the narrative of the Book of Genesis, the Table of Nations functions as an etiology for the propagation of mankind in space and as a fulfillment of the blessing of creation: All of the existing nations belong to mankind as created by God. Furthermore, the Table of Nations served the function of situating the nations geographically and of placing them in relation to one another through genealogical ties. Genesis 10 reflects its author’s worldview and political views of the time of its origin.
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Klios Ärger mit den Söhnen Noahs Wanderungsnarrative in den Wissenschaften vom Alten Orient und die Rolle der Völkertafel

Wiedemann, Felix 20 December 2013 (has links) (PDF)
Erzählungen von Herkunft und Wanderungen der Völker gehörten immer schon zu den zentralen Motiven in Darstellungen der Vergangenheit – das gilt für mythische Überlieferungen ebenso wie für moderne historiographische Abhandlungen. Vor dem Hintergrund des modernen Nationalismus und Kolonialismus hat die Thematik schließlich im 19. und 20. Jahrhundert zusätzliche Brisanz erhalten. Entsprechend avancierten Massenmigrationen oder sogenannte Völkerwanderungen zu den zentralen Feldern altertumswissenschaftlicher Forschung. Dabei zielten diese Studien vornehmlich auf eine kritische Überprüfung der antiken Überlieferungen. Unabhängig von den behandelten historischen Kontexten lassen sich hingegen auch in der wissenschaftlichen Literatur bestimmte wiederkehrende Muster erkennen, wie Herkunft und Migrationen verschiedener Völker jeweils dargestellt und erzählt worden sind. Am Beispiel der Wissenschaften vom Alten Orient (d. h. Assy- riologie und Vorderasiatische Archäologie) aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert soll im Folgenden sowohl die Ähnlichkeit entsprechender Wanderungsnarrative als auch deren fortwährende Verhaftung an den alten Überlieferungen und Quellen aufgezeigt werden. Questions as to the origins of different historical peoples and their movements through time and space have always played a vital role in human accounts of the past – whether in ancient myths or in modern historiography. The whole subject awakened new interest and became increasingly politically charged in the course of the emerging nationalism and colonialism of the 19th and 20th centuries. Against this backdrop mass migrations or ‘the wanderings of peoples’ advanced to a central object of historiographical and archaeological research. However, in contrast to mythical accounts, modern classical and ancient studies aimed at a critical examination of these traditional narratives. Regardless the historical contexts to which historians or archaeologists refer in order to examine and to explain the origin and migrations of certain peoples, their accounts feature remarkable narrative similarities. Looking at ancient Near Eastern studies in the 19th and early 20th centuries it can not only be demonstrated to what extent historiographical migration narratives resembled each other but also how they continued to draw upon older – traditional – narrative patterns and sources.
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Die Völkertafel von Genesis 10 als genealogische Raumordnung

Hieke, Thomas 20 December 2013 (has links) (PDF)
Die sogenannte Völkertafel von Genesis 10 ist ein fiktionaler Text, der die Kategorien Ab- stammung und Verwandtschaft als Darstellungsmittel verwendet, um in narrativer Weise eine räumliche Ordnung der vorfindlichen Welt vorzunehmen. Das Kapitel ist ein ausge- wogen strukturiertes Ganzes, das die Aspekte Sprache, ethnische Zugehörigkeit, räumli- che Lage und Verwandtschaft in ein einziges Bild der Völkerwelt integriert. Die Völker kommen in Genesis 10 als autonome Größen eigenen Rechts in den Blick und werden unter drei Ausgangsgrößen (entsprechend den drei Großmachtsphären) systematisiert. Die Darstellung der Völkerschaften als verwandt macht deutlich, dass alle Menschen trotz ihrer kulturellen Eigenheiten zueinander in Beziehung stehen. In der Erzähllinie des Buches Genesis ist die Völkertafel eine Ätiologie für die Ausbreitung der Menschheit im Raum und eine Erfüllung des Schöpfungssegens: Alle existierenden Völker gehören zu der von Gott geschaffenen Menschheit. Die Völkertafel hat außerdem die Funktion, die bekannten Völker geographisch zu verorten und sie über genealogische Beziehungen auch zueinander ins Verhältnis zu setzen. Genesis 10 zeigt die Weltdeutung und die politische Sichtweise ihrer Verfasser zu deren Zeit. The so-called Table of Nations from Genesis 10 is a fictional text that employs the categories of lineage and kinship as a representational means for arranging the existing world into a spatial order through narrative. The chapter is a well-balanced whole that integrates aspects of language, ethnic affiliation, spatial locations and kinship into a unique image of the nations of the world. Genesis 10 depicts the nations as autonomous powers of their own right, and groups them systematically into three entities (corresponding to the three imperial spheres). By representing the tribes as interrelated, the Table makes it clear that all people, despite their cultural differences, are related to one another. Within the narrative of the Book of Genesis, the Table of Nations functions as an etiology for the propagation of mankind in space and as a fulfillment of the blessing of creation: All of the existing nations belong to mankind as created by God. Furthermore, the Table of Nations served the function of situating the nations geographically and of placing them in relation to one another through genealogical ties. Genesis 10 reflects its author’s worldview and political views of the time of its origin.
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Klios Ärger mit den Söhnen Noahs

Wiedemann, Felix 20 December 2013 (has links) (PDF)
Erzählungen von Herkunft und Wanderungen der Völker gehörten immer schon zu den zentralen Motiven in Darstellungen der Vergangenheit – das gilt für mythische Überlieferungen ebenso wie für moderne historiographische Abhandlungen. Vor dem Hintergrund des modernen Nationalismus und Kolonialismus hat die Thematik schließlich im 19. und 20. Jahrhundert zusätzliche Brisanz erhalten. Entsprechend avancierten Massenmigrationen oder sogenannte Völkerwanderungen zu den zentralen Feldern altertumswissenschaftlicher Forschung. Dabei zielten diese Studien vornehmlich auf eine kritische Überprüfung der antiken Überlieferungen. Unabhängig von den behandelten historischen Kontexten lassen sich hingegen auch in der wissenschaftlichen Literatur bestimmte wiederkehrende Muster erkennen, wie Herkunft und Migrationen verschiedener Völker jeweils dargestellt und erzählt worden sind. Am Beispiel der Wissenschaften vom Alten Orient (d. h. Assy- riologie und Vorderasiatische Archäologie) aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert soll im Folgenden sowohl die Ähnlichkeit entsprechender Wanderungsnarrative als auch deren fortwährende Verhaftung an den alten Überlieferungen und Quellen aufgezeigt werden. Questions as to the origins of different historical peoples and their movements through time and space have always played a vital role in human accounts of the past – whether in ancient myths or in modern historiography. The whole subject awakened new interest and became increasingly politically charged in the course of the emerging nationalism and colonialism of the 19th and 20th centuries. Against this backdrop mass migrations or ‘the wanderings of peoples’ advanced to a central object of historiographical and archaeological research. However, in contrast to mythical accounts, modern classical and ancient studies aimed at a critical examination of these traditional narratives. Regardless the historical contexts to which historians or archaeologists refer in order to examine and to explain the origin and migrations of certain peoples, their accounts feature remarkable narrative similarities. Looking at ancient Near Eastern studies in the 19th and early 20th centuries it can not only be demonstrated to what extent historiographical migration narratives resembled each other but also how they continued to draw upon older – traditional – narrative patterns and sources.

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