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HISTOLOGISCHE UNTERSUCHUNG ZUR BI- UND MULTIPOLAREN RADIOFREQUENZABLATION DER NIERE

Das Nierenzellkarzinom ist in Europa die 10. häufigste Tumorerkrankung [1]. Da das Prädi-
lektionsalter bei 62 Jahren liegt [2] und die Inzidenz mit steigendem Alter zunimmt, geht die
Erkrankung häufig mit einer Vielzahl an Komorbiditäten einher. Dies fordert eine Auseinan-
dersetzung mit der Anwendung minimal invasiver Methoden, die das operative Risiko mini-
mieren. Immernoch wird die Therapie durch radikale Nephrektomie favorisiert. Ziel der Stu-
die war es deshalb Entscheidungshilfen für die Anwendung der Radiofrequenzablation
(RFA) zu liefern. Daher untersuchten wir an Hausschweinen technische Einflussgrößen auf
Behandlungszeit, Ablationsvolumen und Läsionsform bei bipolarer und multipolarer RFA im
Vergleich. Dabei ergaben sich nach 3-D-Rekonstruktion größere Ablationsvolumina im mul-
tipolaren Modus, wobei sich signifikante Formunterschiede in beiden Anwendungen heraus-
kristallisierten. Bei multipolarer RFA ergaben sich größere Inhomogenitäten. Die Ablation
kleinerer Tumorgrößen unter 2 cm erscheint mit bipolarer RFA sicher. Patienten mit Tumo-
ren bis zu 3 cm profitieren von mutipolarer Radiofrequenzablation. Die Anwendung multi-
polarer RFA bei Tumoren größer 3 cm gestaltet sich durch die inhomogene Ablation schwie-
rig und bietet ein schwer kalkulierbares Risiko für die Patienten. Es konnte kein Vorteil durch
Steigerung des Energietransfers innerhalb eines Modus nachgewiesen werden, da dies mit
einer längeren Behandlungszeit einherging, jedoch nicht mit einer Zunahme der Läsiongröße
korrelierte. Bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Einzelnieren oder bilateralen Tumoren liegt
ein Hauptaugenmerk der Therapie auf dem Erhalt der Nierenfunktion. Um eine mögliche
Schädigung von gesundem Nierengewebe durch die RFA zu detektieren, färbten wir die Mar-
kerproteine aktivierte Caspase3 und HSP70 immunohistochemisch an. Bei Ablation nahe des
Nierenbeckenkelchsystems konnten beide Proteine sowohl im System des distalen Sammel-
rohrs, als auch im Nierenmark gefunden werden. Hauptsächlich war das Auftreten jedoch
auf die Randgebiete der zentralen Koagulationszone begrenzt. Die Radiofrequenzablation
scheint daher ein sicheres Verfahren für die Therapie von Tumoren ≤ 3 cm zu sein.

Identiferoai:union.ndltd.org:DRESDEN/oai:qucosa.de:bsz:15-qucosa-176006
Date09 September 2015
CreatorsBlachut, Lisa
ContributorsMedizinische Fakultät, Urologie, Prof. Dr. med. Jens-Uwe Stolzenburg, PD Dr. rer. nat. habil. Jochen Neuhaus, Prof. Dr. med. Ingo Bechmann, Prof. Dr. rer. nat. Frank Gaunitz
PublisherUniversitätsbibliothek Leipzig
Source SetsHochschulschriftenserver (HSSS) der SLUB Dresden
Languagedeu
Detected LanguageGerman
Typedoc-type:doctoralThesis
Formatapplication/pdf

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