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Untersuchungen zum Vorkommen von Toxoplasma gondii in Wild in BrandenburgStollberg, Kaya Christina 16 June 2023 (has links)
Die Toxoplasmose, nach ihrem Verursacher, dem Parasiten Toxoplasma gondii (T. gondii) benannt, ist eine weltweit häufig auftretende Zoonose. Einen wichtigen Infektionsweg stellt der Verzehr von nicht ausreichend erhitztem oder rohem Fleisch, welches Gewebezysten enthält, dar.
In Deutschland hat der Konsum von Wildbret in den letzten 10 Jahren zugenommen. Schwarzwild (Sus scrofa), Rehwild (Capreolus capreolus), Damwild (Dama dama) und Rotwild (Cervus elaphus) sind das am häufigsten gejagte Schalenwild in Deutschland. Dennoch gibt es nur wenige Informationen über das Vorkommen
von T. gondii in Wildtieren in Deutschland, so dass die Bedeutung von Wild als Quelle für eine Infektion des Menschen mit T. gondii weitgehend unbekannt ist.
Ziel dieser Studie war es, die Datenlage zum Vorkommen von T. gondii in Schwarzwild, Rehwild, Damwild und Rotwild in Deutschland zu verbessern und eine fundierte Bewertung des von dem Verzehr von Wildtieren ausgehenden potenziellen Risikos zu ermöglichen.
Neben dem indirekten serologischen Nachweis soll der Nachweis mittels direkter Nachweisverfahren einen Einblick in die tatsächliche Anwesenheit von T. gondii im Muskelgewebe und einen potenziellen Zusammenhang von Seropositivität und der Anwesenheit von T. gondii im Gewebe geben.
In den Jahren 2017-2020 wurden in Brandenburg 306 Stück Schwarzwild, 184 Stück Rehwild, 80 Stück Damwild und 65 Stück Rotwild beprobt. Den 635 Wildtieren wurden Blutproben und Proben von Herz- und Vorderlaufmuskulatur entnommen.
Das aus den Blutproben gewonnene Serum wurde mittels eines kommerziell erhältlichen ELISA untersucht.
Zum direkten Nachweis von T. gondii wurde zur Analyse der aus den Muskelproben gewonnenen DNA eine real-time PCR (qPCR) eingesetzt, die auf das 529-bp-repetitive Element abzielt.
Die DNA wurde auf drei unterschiedliche Arten gewonnen: direkt aus 5 g Muskelgewebe extrahiert, aus einem Pellet nach saurem Pepsinverdau von 50 g Muskelgewebe extrahiert, und die Ziel-DNA durch Magnetic Capture aus weiteren 50 g Muskelgewebe angereichert.
Die Übereinstimmung der Ergebnisse des molekularen Nachweises und ihre Übereinstimmung mit den ELISA-Ergebnissen wurde ermittelt. Der molekulare Nachweis wurde bei 23 Proben von einem Maus-Bioassay begleitet. Zusätzlich wurde eine PCR-RFLP zur Genotypisierung bei qPCR-positiven Proben durchgeführt. Fisher’s exact Test, Cohen’s kappa (κ) und Odds Ratio wurden für die
statistische Analyse genutzt.
T. gondii-spezifische Antikörper wurden in 20,3 % der Schwarzwildproben, 10,9 % der Rehwildproben und 6,2 % der Rotwildproben nachgewiesen. Bei allen untersuchten Wildarten wurde ein Anstieg der Seroprävalenz mit zunehmendem Alter festgestellt, welcher bei Schwarzwild und Rehwild statistisch signifikant war (p = 0,004 und < 0,001).
Bei der Untersuchung von Herzmuskulatur wurde T. gondii-DNA mit mindestens einer direkten Nachweismethode in 11,8 % der Schwarzwildproben, 5,5 % der Rehwildproben, 2 % der Damwildproben und 1,9 % der Rotwildproben nachgewiesen. Der höchste Anteil an Tieren, die positiv auf T. gondii-DNA getestet wurden, wurde durch die qPCR-Analyse von DNA aus 50 g Herzmuskulatur nach Magnetic Capture nachgewiesen (10 %). Die Ergebnisse der Methoden zeigten
insgesamt eine mäßige Übereinstimmung (κ = 0,47-0,59). Die höchste Übereinstimmung zeigten die Ergebnisse von DNA aus 50 g Herzmuskulatur nach Pepsin-Verdau und DNA aus 50 g Herzmuskulatur nach Magnetic Capture (κ = 0,59). Insgesamt ergab die Untersuchung von 50 g Herzmuskulatur einen signifikant höheren Anteil an positiven qPCR-Ergebnissen als die Analyse von
5 g Herzmuskulatur (p = 0,048).
Die qPCR-Ergebnisse von Herz- und Vorderlaufmuskelgewebe zeigten beim Schwarzwild eine beachtliche und bei der gemeinsamen Betrachtung aller untersuchten Wildarten eine mäßige Übereinstimmung (κ = 0,62 bzw. 0,46).
Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Seropositivität und direktem Nachweis war bei Schwarzwild und Rehwild erkennbar (p < 0,001).
In allen T. gondii-DNA-positiven Proben, bei denen zusätzlich ein Bioassay durchgeführt wurde, konnte Infektiosität bestätigt werden (4/4).
Sowohl in den T. gondii-DNA-positiven Schwarzwildproben als auch in den positiven Rehwildproben waren die spezifischen Allele von T. gondii-Typ II am weitesten verbreitet.
Die durch diese Arbeit generierten Daten zeigen, dass T. gondii in Schwarzwild, Rehwild, Damwild und Rotwild in Brandenburg vorkommt und Wild eine relevante Quelle für T. gondii-Infektionen beim Menschen darstellen könnte.
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Evaluation of RAGE (receptor for advanced glycation end products) in dogs with chronic enteropathyCabrera Garcia, Angela Isabel 02 November 2021 (has links)
Ziel dieser Studie ist die Bestimmung der Serum-sRAGE-Kon- zentrationen bei Hunden mit Chronische Enteropathie (CIE) und deren Zusammenhang mit histologischen sowie klinisch- pathologischen Befunden. Ein weiteres Ziel der Studie ist der quantitative Vergleich der Expression von Transmembran (full-length)-RAGE entlang des Gastrointestinaltrakts bei Hunden mit CIE sowie die Untersuchung auf deren Zusammenhang mit Serum-sRAGE-Konzentrationen sowie klinischen, klinisch-pathologischen und histologischen Befunden.
Die Ergebnisse deuten auf eine Dysregulation der RAGE/sRAGE-Achse bei der CIE des Hundes und legen nahe, dass die RAGE-Signalwege eine Rolle bei der Patho- genese dieser Erkrankung spielen.:Introduction.
Review of Literature
Functional Anatomy and Physiology of the Intestines.
Anatomy of the Intestines.
Gastrointestinal Physiology
Small Intestinal Physiology.
Large Intestinal Physiology.
Gastrointestinal Neuronal and Endocrine System
Gastrointestinal Immune System
Innate Immunity and Acquired Immunity
Intestinal Microbiome
Enteropathies in Dogs.Definition
Acute Enteropathy
Chronic Enteropathies
Food-Responsive Enteropathy (FRE)
Antibiotic-Responsive Enteropathy (ARE)
Steroid- or Immunosuppressant-responsive enteropathy (SRE/IRE)
Non-Responsive Enteropathy (NRE)
Protein-Losing Enteropathy (PLE)
Diagnostic evaluation of dogs with suspected CIE
Clinical and Clinicopathologic Approach
Diagnostic Imaging of the Abdomen
Laboratory Tests for Gastrointestinal Disease
Serum cobalamin (vitamin B12
Serum folic acid (vitamin B9)
Serum C-reactive protein (CRP)
Fecal calprotectin and S100A12 Protein
Fecal alpha1-proteinase inhibitor (α1PI)
Gastrointestinal Histopathology
attern Recognition Receptors
Receptor for Advanced Glycation End Products
Aims and Hypotheses
Own Publications
Association between serum soluble receptor for advanced glycation end-products (RAGE) deficiency and severity of clinicopathologic evidence of canine chronic in- flammatory enterophy
Dysregulation of gastrointestinal RAGE (receptor for advanced glycation end products) expression in dogs with chronic inflammatory enteropathy
Discussion
Objective of the Study
Discussion of the results
Limitations of the Study
Conclusions
Summary
Zusammenfassung
References
Acknowledgments
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Biomechanik der kaninen Lendenwirbelsäule nach der Durchführung multipler Partieller Lateraler KorpektomienBecker, Lisa Franziska 16 November 2023 (has links)
Die Biomechanik der kaninen Lendenwirbelsäule wird durch die Durchführung von Partiellen Lateralen Korpektomien beeinflusst, so dass die Range of Motion bei Extension und Flexion sowie bei links- und rechtslateraler Biegung signifikant zunimmt. Werden in vitro an kaninen Lendenwirbelsäulensegmenten zwei Partielle Laterale Korpektomien an unmittelbar benachbarten Zwischenwirbelspalten durchgeführt, so hat die zweite Partielle Laterale Korpektomie bei einem Großteil der untersuchten Wirbelsäulensegmente einen kleineren Einfluss auf die Range of Motion als die erste Partielle Laterale Korpektomie.:1. Einleitung 1
2. Literaturübersicht 2
2.1 Bandscheibenvorfälle in der Tiermedizin 2
2.2 Die Bandscheibe 3
2.2.1 Anulus fibrosus 3
2.2.2 Nucleus pulposus 4
2.2.3 Endplatten 4
2.3 Diskopathie 4
2.3.1 Ein Überblick 4
2.3.2 Hansen Typ I Diskopathie – Extrusion des Nucleus pulposus 5
2.3.3 Hansen Typ II Diskopathie – Protrusion des Anulus fibrosus 6
2.3.4 Akute, nicht kompressive Nucleus pulposus Extrusion 6
2.3.5 Akute, kompressive Hydrated Nucleus pulposus Extrusion 6
2.3.6 Schmorl Knoten 7
2.4 Operationsmethoden an der Brust- und Lendenwirbelsäule des Hundes 7
2.4.1 Hemilaminektomie 7
2.4.2 Mini-Hemilaminektomie und Pedikelektomie 8
2.4.3 Foraminotomie 8
2.4.4 Dorsale Laminektomie 8
2.4.5 Partielle Laterale Korpektomie 9
2.4.5.1 Operationstechnik und Slot-Morphometrie bei der Durchführung einer Partiellen Lateralen Korpektomie 9
2.4.5.2 Ziele und Risiken der Partiellen Lateralen Korpektomie 11
2.4.5.3 Prognostische Faktoren und Outcome nach der Durchführung einer Partiellen Lateralen Korpektomie 13
2.5 Biomechanik der Wirbelsäule nach chirurgischen Eingriffen 15
2.5.1 Ventral Slot 16
2.5.2 Hemilaminektomie 19
2.5.3 Mini-Hemilaminektomie und Pedikelektomie 21
2.5.4 Dorsale Laminektomie 22
2.5.5 Partielle Laterale Korpektomie 23
3. Tiere, Material und Methoden 27
3.1 Arbeitshypothese 27
3.2 Patientengut 27
3.3 Präparation der Lendenwirbelsäulen 28
3.4 Einbettung der präparierten Lendenwirbelsäulen 29
3.5 Biomechanische Messung 32
3.5.1 Der Wirbelsäulenprüfstand 32
3.5.2 Nicht destruktive Tests 33
3.5.2.1 Testreihe 1: Biomechanische Messungen an den nativen Wirbelsäulensegmenten (ohne gefräste Partielle Laterale Korpektomie) 34
3.5.2.1.1 Extension und Flexion 34
3.5.2.1.2 Links- und rechtslaterale Biegung 34
3.5.2.1.3 Torsion nach links und rechts 35
3.5.2.2 Testreihe 2: Biomechanische Messungen an den operierten Wirbelsäulensegmenten mit einer Partiellen Lateralen Korpektomie zwischen L2 und L3 von rechts 35
3.5.2.3 Testreihe 3: Biomechanische Messungen an den operierten Wirbelsäulensegmenten mit zwei Partiellen Lateralen Korpektomien zwischen L2 und L3 sowie L3 und L4 von rechts 36
3.5.3 Destruktive Tests - Versagenstests 37
3.6 Postoperative Computertomographie 37
3.7 Statistische Auswertung 37
4. Ergebnisse 38
4.1 Nicht destruktive Tests 38
4.1.1 Gesamt-Range of Motion 38
4.1.2 Gegenüberstellung der Teil-Ranges of Motion: Extension vs. Flexion, linkslaterale Biegung vs. rechtslaterale Biegung und Torsion nach links vs. Torsion nach rechts 47
4.2 Einfluss der biomechanischen Testung auf die Range of Motion der Wirbelsäulensegmente 51
4.3 Destruktive Tests - Versagenstest 52
5. Diskussion 53
5.1 Hauptaussagen 53
5.1.1 Nicht destruktive Tests 53
5.1.1.1 Gesamt-Range of Motion 53
5.1.1.2 Teil-Ranges of Motion 55
5.1.2 Destruktive Tests - Versagenstests 56
5.2 Biomechanik der kaninen Lendenwirbelsäule nach Partiellen Lateralen Korpektomien – Ein Studienvergleich 57
5.3 Limitationen der Studie 61
5.4 Spinale Instabilität 65
5.5 Klinische Relevanz der Studienergebnisse und Schlussfolgerungen 69
6. Zusammenfassung 71
7. Summary 73
8. Literaturverzeichnis 75
9. Abbildungsverzeichnis 90
10. Tabellenverzeichnis 93
11. Finanzielle Förderung und Veröffentlichung der Studienergebnisse 94
12. Danksagung 95 / Einleitung
Ziel neurochirurgischer Eingriffe zur Versorgung von Bandscheibenvorfällen ist es, das Rückenmark bei nur geringgradiger Manipulation möglichst vollständig zu dekomprimieren. Bei thorakolumbalen chronischen Bandscheibenvorfällen mit ventraler Myelokompression findet die Partielle Laterale Korpektomie ihren Einsatz. Bei dieser Operationsmethode wird das Rückenmark durch Einfräsen eines Spaltes (Slots) im Bereich der betroffenen Bandscheibe und ihrer benachbarten Wirbelkörper untertunnelt. Im Rahmen verschiedener biomechanischer Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Partielle Laterale Korpektomie zu einer Verminderung der Wirbelsäulenstabilität führt. Deswegen wurde in der Literatur bisher davon abgeraten, multiple Partielle Laterale Korpektomien durchzuführen. Gelegentlich ist es aufgrund der Lähmung eines Patienten infolge einer Myelokompression durch mehrere Bandscheibenvorfälle jedoch notwendig, multiple Partielle Laterale Korpektomien anzuwenden.
Ziele der Untersuchungen
In dieser Studie sollten die biomechanischen Konsequenzen von einer und einer zusätzlichen zweiten Partiellen Lateralen Korpektomie auf ein kanines Lendenwirbelsäulensegment evaluiert werden, um Schlüsse hinsichtlich der Durchführbarkeit multipler Partieller Lateraler Korpektomien bei Hunden ziehen zu können.
Tiere, Material und Methoden
Im Rahmen dieser Kadaverstudie wurden 11 kanine Lendenwirbelsäulensegmente (bestehend jeweils aus dem ersten bis fünften Lendenwirbel) untersucht. Nach Entfernung der paraspinalen Muskulatur und Einbettung der Wirbelsäulensegmente an ihren kranialen und kaudalen Enden in eine Halterung aus Gießharz und Metallringen wurde mithilfe eines eigens entwickelten Wirbelsäulenprüfstandes die Range of Motion bei Extension und Flexion, links- und rechtslateraler Biegung sowie Torsion nach links und rechts unter Anlegung eines Drehmoments von 2 Nm in drei verschiedenen Testreihen getestet. Während einer ersten Testreihe wurden alle Wirbelsäulensegmente in nativem Zustand untersucht. Für eine zweite Testreihe wurde eine Partielle Laterale Korpektomie zwischen dem zweiten und dritten Lendenwirbel von rechts eingefügt. Vor der dritten Testreihe wurde eine zweite Partielle Laterale Korpektomie zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel von rechts eingefügt. Eine Testreihe bestand aus jeweils 10 Bewegungszyklen, von denen die ersten fünf Bewegungszyklen zur Präkonditionierung des Gewebes und die darauffolgenden fünf für die statistische Auswertung genutzt wurden. Die entstandenen Messwerte wurden aggregiert und aufbereitet. Die weitere statistische Auswertung erfolgte unter Durchführung des Friedman- und Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests.
Ergebnisse
Sowohl bei Extension und Flexion als auch bei links- und rechtslateraler Biegung konnte im Vergleich zu den nativen Wirbelsäulensegmenten nach der Durchführung einer Partiellen Lateralen Korpektomie eine signifikante Zunahme der Range of Motion um einen Mittelwert von 22,6 % (Standardabweichung (SD) 16,1 %), bzw. 9,2 % (SD 7,4 %) festgestellt werden. Auch der Zuwachs der Range of Motion nach einer weiteren Partiellen Lateralen Korpektomie war für diese beiden Bewegungsrichtungen signifikant und betrug einen Mittelwert von weiteren 7,8 % (SD 14 %) bei Extension und Flexion sowie weiteren 6,1 % (SD 6,2 %) bei links- und rechtslateraler Biegung. Die Range of Motion nahm über die drei Testreihen hinweg nicht linear zu; so resultierte die größere Zunahme der Range of Motion bei einem Großteil der Wirbelsäulensegmente aus der Durchführung der ersten Partiellen Lateralen Korpektomie. Diese Tendenz konnte jedoch nicht als signifikant identifiziert werden. Die Range of Motion bei Torsion nach links und rechts nahm über die drei Testreihen hinweg nicht signifikant zu.
Schlussfolgerungen
In der vorliegenden Studie konnte nachgewiesen werden, dass jede Durchführung einer Partiellen Lateralen Korpektomie an einem kaninen Lendenwirbelsäulensegment mit zwei Zwischenwirbelspalten zu einer signifikanten Zunahme der Range of Motion bei Extension und Flexion sowie links- und rechtslateraler Biegung führt. Die Zunahme der Range of Motion ist Zeichen einer Verminderung der Stabilität der Wirbelsäulensegmente. Die Reduktion der spinalen Stabilität nimmt jedoch nicht mit jedem Einbringen einer weiteren Partiellen Korpektomie und denselben Faktor zu, sondern die zweite Partielle Laterale Korpektomie scheint einen kleineren destabilisierenden Effekt auf die Lendenwirbelsäulensegmente zu haben als die erste. Aufgrund dessen und da ein positives klinisches Outcome nach der Durchführung multipler Partieller Lateraler Korpektomien in vivo bereits in mehreren Studien gezeigt werden konnte, kann die Durchführung multipler Partieller Lateraler Korpektomien dennoch empfohlen werden.:1. Einleitung 1
2. Literaturübersicht 2
2.1 Bandscheibenvorfälle in der Tiermedizin 2
2.2 Die Bandscheibe 3
2.2.1 Anulus fibrosus 3
2.2.2 Nucleus pulposus 4
2.2.3 Endplatten 4
2.3 Diskopathie 4
2.3.1 Ein Überblick 4
2.3.2 Hansen Typ I Diskopathie – Extrusion des Nucleus pulposus 5
2.3.3 Hansen Typ II Diskopathie – Protrusion des Anulus fibrosus 6
2.3.4 Akute, nicht kompressive Nucleus pulposus Extrusion 6
2.3.5 Akute, kompressive Hydrated Nucleus pulposus Extrusion 6
2.3.6 Schmorl Knoten 7
2.4 Operationsmethoden an der Brust- und Lendenwirbelsäule des Hundes 7
2.4.1 Hemilaminektomie 7
2.4.2 Mini-Hemilaminektomie und Pedikelektomie 8
2.4.3 Foraminotomie 8
2.4.4 Dorsale Laminektomie 8
2.4.5 Partielle Laterale Korpektomie 9
2.4.5.1 Operationstechnik und Slot-Morphometrie bei der Durchführung einer Partiellen Lateralen Korpektomie 9
2.4.5.2 Ziele und Risiken der Partiellen Lateralen Korpektomie 11
2.4.5.3 Prognostische Faktoren und Outcome nach der Durchführung einer Partiellen Lateralen Korpektomie 13
2.5 Biomechanik der Wirbelsäule nach chirurgischen Eingriffen 15
2.5.1 Ventral Slot 16
2.5.2 Hemilaminektomie 19
2.5.3 Mini-Hemilaminektomie und Pedikelektomie 21
2.5.4 Dorsale Laminektomie 22
2.5.5 Partielle Laterale Korpektomie 23
3. Tiere, Material und Methoden 27
3.1 Arbeitshypothese 27
3.2 Patientengut 27
3.3 Präparation der Lendenwirbelsäulen 28
3.4 Einbettung der präparierten Lendenwirbelsäulen 29
3.5 Biomechanische Messung 32
3.5.1 Der Wirbelsäulenprüfstand 32
3.5.2 Nicht destruktive Tests 33
3.5.2.1 Testreihe 1: Biomechanische Messungen an den nativen Wirbelsäulensegmenten (ohne gefräste Partielle Laterale Korpektomie) 34
3.5.2.1.1 Extension und Flexion 34
3.5.2.1.2 Links- und rechtslaterale Biegung 34
3.5.2.1.3 Torsion nach links und rechts 35
3.5.2.2 Testreihe 2: Biomechanische Messungen an den operierten Wirbelsäulensegmenten mit einer Partiellen Lateralen Korpektomie zwischen L2 und L3 von rechts 35
3.5.2.3 Testreihe 3: Biomechanische Messungen an den operierten Wirbelsäulensegmenten mit zwei Partiellen Lateralen Korpektomien zwischen L2 und L3 sowie L3 und L4 von rechts 36
3.5.3 Destruktive Tests - Versagenstests 37
3.6 Postoperative Computertomographie 37
3.7 Statistische Auswertung 37
4. Ergebnisse 38
4.1 Nicht destruktive Tests 38
4.1.1 Gesamt-Range of Motion 38
4.1.2 Gegenüberstellung der Teil-Ranges of Motion: Extension vs. Flexion, linkslaterale Biegung vs. rechtslaterale Biegung und Torsion nach links vs. Torsion nach rechts 47
4.2 Einfluss der biomechanischen Testung auf die Range of Motion der Wirbelsäulensegmente 51
4.3 Destruktive Tests - Versagenstest 52
5. Diskussion 53
5.1 Hauptaussagen 53
5.1.1 Nicht destruktive Tests 53
5.1.1.1 Gesamt-Range of Motion 53
5.1.1.2 Teil-Ranges of Motion 55
5.1.2 Destruktive Tests - Versagenstests 56
5.2 Biomechanik der kaninen Lendenwirbelsäule nach Partiellen Lateralen Korpektomien – Ein Studienvergleich 57
5.3 Limitationen der Studie 61
5.4 Spinale Instabilität 65
5.5 Klinische Relevanz der Studienergebnisse und Schlussfolgerungen 69
6. Zusammenfassung 71
7. Summary 73
8. Literaturverzeichnis 75
9. Abbildungsverzeichnis 90
10. Tabellenverzeichnis 93
11. Finanzielle Förderung und Veröffentlichung der Studienergebnisse 94
12. Danksagung 95
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Untersuchungen zu Größe, Struktur und Gesundheitszustand der Population freilebender Katzen und deren Einflussfaktoren in der Stadt LeipzigGroßmann, Rebecca Rita 16 November 2023 (has links)
Einleitung: Durch geeignete Umweltbedingungen und ein reiches Nahrungsangebot können freilebende Katzen in städtischen Gebieten rasant eine hohe Populationsdichte erreichen. Zur Reduktion der Population freilebender Katzen gelten TNR-Programme international als Methode der Wahl. Der § 13b TierSchG ermöglicht den Landesregierungen, in Gebieten, in denen eine hohe Populationsdichte freilebender Katzen, welche einen schlechten Gesundheitszustand verbunden mit Schmerzen, Leiden und Schäden aufweisen, den Freigang fortpflanzungsfähiger Katzen zu verbieten sowie eine Kennzeichnung und Registrierung anzuordnen. Zuvor muss geprüft werden, ob bereits durchgeführte regulatorische Maßnahmen zu keiner langfristigen Verminderung der Population geführt haben. Seit Beginn der 90er Jahre werden freilebender Katzen in einem von der Stadt Leipzig initiiertem Kastrationsprogramm eingefangen, in einer beteiligten Kleintierpraxis kastriert und wieder an der Einfangstelle ausgesetzt.
Ziel der Untersuchung: Das Ziel dieser Arbeit war es, die Entwicklung der Kastrationszahlen unter zeitlichen und geographischen Gesichtspunkten zu analysieren. Ebenso sollte der Gesundheitszustand der freilebenden Katzen, mit besonderem Augenmerk auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten und Zoonosen, sowie die Größe und Struktur der Katzengruppen an den Futterstellen ermittelt werden. Des Weiteren sollte der Kastrationsstatus der Freigängerkatzen in der Stadt Leipzig bestimmt werden.
Tiere, Material und Methoden: Die im Rahmen des Kastrationsprogrammes erhobenen Daten des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes (1990 bis 2020) sowie die der Tierschutzvereine (2016 bis 2020) wurden retrospektiv ausgewertet. Diese Daten gaben Informationen über Einfangdatum, Fangort, Geschlecht, die durchgeführten Maßnahmen (Kastration, Behandlung) sowie den Verbleib der freilebenden Katzen. Katzen, die im Untersuchungszeitraum (Okt. 2017 bis Juli 2020) zur Kastration eingefangen wurden, wurden klinisch untersucht (Erfassung und Dokumentation von Signalement, BCS (5 Stufen), klinische Befunde incl. Ektoparasiten). Weiterhin erfolgte eine Probenentnahme (Serum, Rachen-, Nasen- und Rektalabstrich, Kot) mit anschließender Untersuchung auf die Infektionserreger FHV und FCV (VI, PCR), FCoV, FeLV und FIV (ICA), FPV (ICA, VI und PCR) und auf Endoparasiten (kombiniertes Sedimentations-Flotations-Verfahrens) incl. C. parvum und G.duodenalis (ICA). An Futterstellen für freilebende Katzen wurden mittels Wildkameraaufnahmen Beobachtungen (72 Std.) durchgeführt. Die Auswertung der Aufnahmen gaben Informationen über Anzahl der Katzen, Alter, Geschlecht, Kastrationsstatus, Ernährungszustand, Gesundheitszustand, Verhalten der Katzen dem Betreuer bzw. anderen Katzen gegenüber sowie weitere Wildtiere an der Futterstelle. Die Daten wurden mit den Angaben der Betreuer auf den zuvor ausgehändigten Fragebogen abgeglichen. Von Juni 2018 bis August 2019 konnten Katzenbesitzer online sowie im Wartebereich von 35 Kleintierpraxen Angaben zu Geschlecht, Alter und Haltungsart sowie zum Kastrationsstatus, zur Kennzeichnung und Registrierung ihrer Katzen in einem Haustierregister auf einen anonymen Fragebogen machen.
Ergebnisse: Im Rahmen des Kastrationsprogrammes wurden in den Jahren 1991 bis September 2020 insgesamt 10.685 (24 - 704; Median 332) freilebende Katzen kastriert. Nach einer kurzen Anlaufphase wurde 1995 der Maximalwert erreicht. In den folgenden Jahren sank die Zahl der kastrierten Katzen pro Jahr langsam ab (2012 bis 2019 im Mittel 128 Kastrationen pro Jahr). 2016 bis 2019 wurden zusätzlich 397 freilebende Katzen durch die Tierschutzvereine zur Kastration eingefangen. Zum Zeitpunkt der Kastration konnten 204 freilebende Katzen (64 % weiblich) klinisch untersucht werden. Der BCS zeigte eine Normalverteilung (67 % BCS 3/5). Bei der Hälfte der Tiere (51 %) konnten klinische Veränderungen (20,6 % Zähne, 12,2 % Ohr, 10 % Maulhöhle, u.a.) festgestellt werden, wobei 17 % Veränderungen zeigten, die auf eine Infektionskrankheit hindeuteten. Sechzig Prozent zeigten einen Befall mit Ektoparasiten (55% Flöhe, 23% Ohrmilben, 10 % Zecken, 8% Haarlinge, 4% Herbstgrasmilben). Das FCV wurde mit einer Prävalenz von 12,8 %, die Retroviren FeLV und FIV mit 2,1 % und 4,2 % und das FCoV mit 6,3 % nachgewiesen. Das FPV-Antigen konnte bei zwei Katzen, das FPV-Virus bei einer Katze und die FPV-DNA bei 28 Tieren nachgewiesen werden. Die Hälfte der Tiere zeigte einen Befall mit Endoparasiten (49,6 %) wobei es sich bei 44,4 % um Nematoden (4,2 % Capillaria spp., 40,3 % Toxocara cati) und bei 6,9 % um Cestoden (6,9 % Familie Taenidae) handelte. Koproantigen von G. duodenalis konnte mit einer Prävalenz von 34,2 % und von C. parvum mit 1,4 % nachgewiesen werden. Im Untersuchungszeitraum konnten an 31 Futterstellen 1 bis 9 (Median 3) Beobachtungen durchgeführt werden, an denen 0 bis 13 (Median 5) freilebende Katzen (39 % Geschlecht fraglich, 33 % männlich, 28 % weiblich) betreut wurden. Als eindeutig unkastriert wurden 9 % der Katzen eingestuft (68 % Status fraglich). Der BCS zeigte eine Rechtsverschiebung mit 33 % übergewichtigen Katzen. Makroskopisch konnten bei 23 % der Katzen klinische Veränderungen beobachtet werden. Ein zutrauliches Verhalten zeigten 19 % und 62 % kamen erst in Abwesenheit der Betreuer an die Futterstelle. Bei 79 % der Aufnahmen waren weitere Spezies zu beobachten. Die Auswertung der 2695 Fragebögen ergab, dass 65,7 % ihre Katzen ausschließlich in der Wohnung halten. Die Mehrzahl der Katzen (91,8 %) wurde kastriert. Von den 34 % mit einem Chip gekennzeichneten Katzen, wurden 80 % in einem Haustierregister registriert. Vier Prozent der Katzen, die Zugang zum Freien (32,7 %) haben, waren nicht kastriert.
Schlussfolgerungen: Die sinkende Zahl der Kastrationen bei freilebenden Katzen zeigen die positive Wirkung des Kastrationsprogrammes der Stadt Leipzig auf die Entwicklung der Größe der Population freilebender Katzen. Die im Rahmen der Studie untersuchten und erfassten freilebenden Katzen weisen nicht auf einen ‚kritischen‘ Gesundheitszustand in der Population hin.:Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Literatur
2.1 Maßnahmen zur Populationsregulation
2.1.1 Trap, neuter and return Programme
2.1.2 Tötung freilebender Katzen
2.1.3 Nichtchirurgische Kontrazeptionsmaßnahmen
2.2 Virusinfektionen der Katze
2.2.1 Felines Calicivirus
2.2.2 Felines Herpesvirus
2.2.3 Felines Leukosevirus
2.2.4 Felines Immundefizienz Virus
2.2.5 Felines Parvovirus
2.2.6 Felines Coronavirus
3 Tiere, Material und Methoden
3.1 Tiere
3.2 Material
3.2.1 Zellkultur
3.2.2 Medien
3.2.3 Geräte, Identifizierungssysteme, Laborbedarf, Material zur Probenentnahme, Reagenzien
3.3 Methoden
3.3.1 Klinische Untersuchung freilebender Katzen im Rahmen des Kastrationsprogrammes
3.3.2 Probenentnahme bei freilebenden Katzen im Rahmen des Kastrationsprogrammes
3.3.3 Untersuchung auf Virusinfektionen
3.3.4 Untersuchung auf Endoparasiten
3.3.5 Retrospektive Daten des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes der Stadt Leipzig (1990 bis 2020)
3.3.6 Retrospektive Daten der Tierschutzvereine der Stadt Leipzig (2016 bis 2019)
3.3.7 Untersuchungen an den Futterstellen
3.3.8 Anonymer Fragebogen für Katzenhalter
3.4 Statistik
4 Ergebnisse
4.1.1 Klinische Untersuchung freilebender Katzen
4.1.2 Untersuchung auf Virusinfektionen
4.1.3 Untersuchung auf Endoparasiten
4.2 Retrospektive Daten des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes der Stadt Leipzig (1990 bis 2020)
4.3 Retrospektive Daten der Tierschutzvereine der Stadt Leipzig
4.4 Zusammenfassende Darstellung der Kastration freilebender Katzen eingefangen durch das Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt und die Tierschutzvereine der Stadt Leipzig
4.5 Untersuchungen an den Futterstellen
4.5.1 Fragebogen für Betreuer der Futterstellen
4.5.2 Beobachtungen an den Futterstellen
4.6 Anonymer Fragebogen für Katzenhalter
5 Diskussion
5.1 Untersuchung freilebender Katzen im Rahmen der Kastration
5.2 Retrospektive Daten (Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt Leipzig und Tierschutzverein)
5.3 Untersuchungen an den Futterstellen
5.4 Anonymer Fragebogen für Katzenhalter
5.5 Abschließende Diskussion und Schlussfolgerungen
6 Zusammenfassung
7 Summary
8 Literaturverzeichnis
9 Anhang
9.1 Untersuchungsbogen klinische Untersuchung
9.2 Fragebogen für Betreuer von Futterstellen
9.3 Anonyme Umfrage Katzenbesitzer Leipzig und Umgebung
9.4 Abbildungen Anzahl beobachteter Katzen pro Aufnahme an den einzelnen Futterstellen
9.5 Darstellung der Anzahl der Kastrationen freilebender Katzen in den einzelnen Postleitzahlgebieten der Stadt Leipzig für die Jahren 1991 bis 2020 (Daten Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt Leipzig)
Tabellenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
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Untersuchung zur aktuellen Situation und Problematik des Praktikums der amtlichen Schlachttier- und Fleischuntersuchung gemäß Tierärztlicher Approbationsverordnung vom 30.12.2016 nach Reduktion auf eine TierartBrandenburg, Conrad Richard 01 March 2024 (has links)
Einleitung
Die Lehre im Fachgebiet der Fleischhygiene wird laut Tierärztlicher Approbationsverordnung (TAppV) von 2006 durch ein dreiwöchiges Schlachthofpraktikum ergänzt. Seit 2007 werden die Studierenden der Veterinärmedizinischen Fakultät Leipzig zur Qualitätssicherung der Lehre
aufgefordert, drei unterschiedliche Evaluationsbögen, erstellt durch den Arbeitskreis „Lehre für lebensmittelhygienische Fächer in den deutschsprachigen Ländern“ der Deutschen veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V., einzureichen.
Ziel der Untersuchung
Es wird die Auswertung der Evaluierungsbögen der Praktikumsjahrgänge 2017 bis 2020 vorgestellt. Dabei wurden die Auswirkungen auf die Praktikumsinhalte nach der Änderung der TAppV 2016 und die damit verbundene Möglichkeit, das Praktikum nur noch an einer Tierart durchzuführen, untersucht. Zusätzlich wurde der Einfluss der COVID-19-Pandemie auf das Schlachthofpraktikum am Beispiel des Jahrgangs 2020 analysiert.
Material und Methode
Die ausgewerteten Evaluierungsbögen umfassten 430 Bewertungsbögen der Studierenden und 474 der amtlichen Tierärzte, sowie 449 Checklisten der Praktikumsjahrgänge 2017 bis 2020.Die Daten wurden pseudoanonymisiert in ein Tabellenkalkulationssystem eingepflegt und ausgewertet. Die Jahrgänge, die Geschlechter und die bei den angegebenen Tierarten durchgeführten Tätigkeiten wurden verglichen. Aus den erhobenen Daten wurden Mittelwerte berechnet. Statistische Zusammenhänge und Signifikanzen zweier unabhängiger Mittelwerte
wurden mittels eines t-Tests bestimmt. Für Mittelwertvergleiche zwischen Gruppen wurde eine einfaktorielle ANOVA genutzt. Abschließend wurden die erhobenen Daten mit den Ergebnissen einer früheren Auswertung verglichen (Maurer P. Untersuchungen zum extramuralen Praktikum zur Schlachttier- und Fleischuntersuchung in der veterinärmedizinischen Ausbildung [Dissertation med. vet]. Leipzig, Univ. Leipzig, 2016).
Ergebnisse
Die Schlachttieruntersuchung führten 84 % der Praktikanten an der Tierart Rind und 93 % an der Tierart Schwein durch. Die Fleischuntersuchung absolvierten 84 % der Teilnehmer an der Tierart Rind und 90 % an der Tierart Schwein. Die im Verdachtsfall vorgeschriebene erweiterte Fleischuntersuchung lernten 61 % der Befragten beim Rind und 72 % beim Schwein kennen. Diese Ergebnisse lagen deutlich unter den von MAURER (2016) ermittelten Zahlen. Mit Blick auf die routinemäßige Fleischuntersuchung beider Tierarten handelte es sich um einen statistisch signifikanten Rückgang (p < 0,05). Im Jahrgang 2020, der das Praktikum unter
COVID-19-Pandemie-Bedingungen ableisten musste, sanken die Ergebnisse unter die der Jahrgänge 2017 bis 2019. Hier hatten nur noch 50 % der Teilnehmer die Möglichkeit, die erweiterte Fleischuntersuchung durchzuführen. Im Hinblick auf die Überwachung des Tierschutzes lernten 96 % der Studierenden, das Wohlbefinden der Schlachttiere zu beurteilen, 74 % erlernten die Vorgehensweise bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und 82 % überwachten Haltung und Transport der Tiere. Diese Ergebnisse fielen höher aus als in der früheren Untersuchung aus 2016. Die positive Entwicklung der Vorgehensweise bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz konnte statistisch als signifikant bewiesen werden (p < 0,05).
Schlussfolgerung
Die vorliegende Evaluierung zeigte, dass es zu einer Verschiebung der praktischen Inhalte weg von den post-mortem-Untersuchungen hin zu ante-mortem-Tätigkeiten während des Schlachthofpraktikums kam. Dem sollte durch eine engere Zusammenarbeit zwischen den Lehrverantwortlichen der Universität und den amtlichen Tierärzten vor Ort entgegengewirkt werden, um auch zukünftig eine adäquate extramurale Ausbildung im Fach Fleischhygiene sicherzustellen.
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In-vitro-Untersuchungen zum Mechanismus und zur Kontrolle der Klebsiella pneumoniae-BakteriämieKrieger, Ann-Kathrin 15 November 2022 (has links)
No description available.
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Biomechanische Untersuchung der Dehnung und Heilung der oberflächlichen Beugesehne des Pferdes mit biplanarer Hochfrequenz-Fluoreszenz-Kinematografie (FluoKin)Kuhlmann, Jovana 15 November 2022 (has links)
Verletzungen der oberflächlichen Beugesehne (OBS) sind eine der häufigsten Ursachen für Lahmheiten bei Sportpferden. Biplanare Hochfrequenz-Fluoreszenz Kinematografie (FluoKin) gilt aufgrund hoher Präzision als Goldstandard für die skelettale Bewegungsanalyse. Zur funktionellen Untersuchung der OBS kann mit dieser Technik nach der minimalinvasiven Implantation von Tantalkugeln in die OBS ebenso eine präzise Messung der Sehnendehnung in vivo anhand der Änderung der Intermarkerdistanzen (IMD) in Bewegung erfolgen. Die bislang nur innerhalb einer Pilotstudie an einem Pony getestete Methode zur FluoKin-basierten Messung der Dehnung der OBS wird in dieser Studie an vier weiteren Ponys validiert. Der Versuch umfasst die FluoKin-basierte Messung der Dehnung der OBS beider Vordergliedmaßen an vier Ponys im Schritt und Trab. Die OBS wurde im gesunden Zustand sowie zwei, acht und 22 Wochen nach Induktion einer Sehnenläsion in der rechten Vordergliedmaße mit Kollagenase untersucht. Parallel zu den FluoKin-Messungen wurde die Heilung der Sehne im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen dokumentiert.
Im Gegensatz zu der kontinuierlichen Verbesserung der klinischen Befunde kam es bei allen Ponys im Studienverlauf zu einer Verringerung der Sehnendehnung in der Metakarpalregion der verletzten OBS. So beträgt die Gesamtänderung der IMD im Rahmen der Sehnenheilung zum Zeitpunkt der Hauptstützphase im Vergleich zum physiologischen Zustand durchschnittlich -2,56 % ± 1,76 % (Schritt) bzw. -4,0 % ± 2,11 % (Trab). Im läsionsnahen Sehnenabschnitt in der mittleren Metakarpalregion zeigt sich teilweise ein gegensätzliches Dehnungsmuster nach Verletzung der Sehne und es wurde eine vermehrte Zunahme der IMD nach Verletzung der OBS gemessen.
Die Verwendung der hochpräzisen FluoKin-Technik ermöglicht die Messung der Sehnendehnung im physiologischen Zustand der Sehne sowie in verschiedenen Stadien einer induzierten Tendinopathie. Anhand der Änderung der Sehnendehnung in der (mittleren) Metakarpalregion der OBS im Studienverlauf kann gezeigt werden, dass Verletzungen der OBS mit einer biomechanischen Funktionsveränderung im Vergleich zum physiologischen Zustand verbunden sind, die auch noch nach Abklingen der klinischen Symptome und einer Verbesserung der Ultraschallbefunde besteht. Der Heilungsprozess führt somit auch noch nach 22 Wochen nicht zu einer Besserung der Funktionalität des Sehnengewebes
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Etablierung und Validierung eines Meerschweinchenmodells für die (humane) kongenitale ToxoplasmoseGrochow, Thomas 27 October 2023 (has links)
Die kongenitale Toxoplasmose kann zu schwerwiegenden Folgen für einen Fötus führen. In dieser Dissertation wird erstmals ein geeignetes Tierversuchsmodell in Form des Meerschweinchens etabliert. Anhand dessen konnten die pathologischen Alterationen als eine Folge von einer durch den Parasiten verursachte Reduktion von Neuronen und neuralen Stammzellen zurückgeführt werden.
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Auswirkungen von Tetrachlorodecaoxid auf die klinische Symptomatik des Equinen AsthmasGerblinger, Anna Theresa 23 November 2023 (has links)
Einleitung: Equines Asthma ist eine weit verbreitete Erkrankung bei Pferden und eine
der häufigsten Ursachen für Leistungsintoleranz. Die Pathogenese der Erkrankung ist trotz intensiver Untersuchungen nicht vollständig geklärt, jedoch wird von einer
übermäßigen Th2-basierten Reaktion der adaptiven Immunabwehr ausgegangen. TCDO werden immunmodulatorische Eigenschaften zugesprochen, indem es die Antwort des erworbenen Immunsystems herunter reguliert und die angeborene Immunität stimuliert.
Ziele der Untersuchungen: In der vorliegenden Studie handelt es sich um die erste
Anwendung von TCDO beim Pferd. Im ersten Teil der Studie wurde geprüft, ob durch
die Infusion mit TCDO unerwünschte Nebenwirkungen, wie Hepato- oder Nephrotoxizität oder eine hämolytische Wirkung hervorgerufen werden. Im zweiten Teil der Studie wurden die Effekte von TCDO auf den Organismus geprüft. Zum einen wurde die Aktivierung von TCDO mit Bildung von Methämoglobin, zum anderen die Entwicklung der Leukozytenpopulation unter der Behandlung untersucht. Im dritten Teil der Studie wurde die Auswirkung der Behandlung auf die klinische Symptomatik des Equinen Asthmas geprüft.
Tiere, Material und Methoden: Behandelt wurden 42 Pferde aus dem
Patientenstamm der überweisenden Tierärzte der Klinik für Pferde mit equinem Asthma. Die Pferde wurden per Zufallsprinzip der TCDO- (n = 21) und der Kontrollgruppe (n = 21) zugeteilt. Die Pferde wurden über 5 Tage per Infusion mit TCDO bzw. Natrium-Chlorid Infusion behandelt und nach ca. 3 Wochen nachuntersucht. Im ersten der Teil der Studie wurden zum Ausschluss von Hepato- und/oder Nephrotoxizität sowie Hämolyse gGT, AST, AP, Erythrozytenzahl, Bilirubin, Kreatinin und Harnstoff im Blut bestimmt. Im zweiten Teil der Studie wurden Hämoglobin, Anteil des Methämoglobins, Leukozytenzahl und die Anteile von Mono- und Lymphozyten untersucht. Im dritten Teil der Studie wurde der klinische Score, Endoskopiescore, Anteil der neutrophilen Granulozyten im BALF sowie pₐO₂ und pₐCO₂ in der arteriellen Blutgasanalyse bestimmt
Ergebnisse: Im ersten Teil der Studie wurden keine unerwünschten klinischen
Nebenwirkungen festgestellt. Die Untersuchungen der Leber- und Nierenwerte lassen auf keine Hepato- oder Nephrotoxizität schließen. Die Behandlung mit TCDO scheint eine geringgradige Hämolyse auszulösen, die jedoch zu keinem Zeitpunkt klinisch relevant wurde. Im zweiten Teil der Studie wurde in der TCDO- Gruppe eine signifikante Erhöhung des Anteils von Methämoglobin am Gesamthämoglobingehalt festgestellt, was für eine Aktivierung des Wirkstoffes spricht. Die Untersuchungen der Leukozytenpopulation zeigten keine signifikanten Veränderungen, tendenziell stiegen in der TCDO- Gruppe die Anteile der Lymphozyten an der Gesamtzellpopulation bei gleichzeitiger Verringerung der Monozytenanteile. In der Kontrollgruppe zeigten sich ein geringerer Anstieg der Lymphozyten- und ein Abfall der Monozytenanteile. Dies sind gegensätzliche Beobachtungen verglichen mit humanmedizinischen TCDO Studien und sprechen eher für eine Stimulation der adaptiven Immunabwehr. Im dritten Teil der Studie wurden keine signifikanten Veränderungen des klinischen Scores, des Endoskopie Scores, des Anteils neutrophiler Granulozyten im BALF oder der pₐO₂ bzw. pₐCO₂ der arteriellen Blutgasanalyse durch die Behandlung mit TCDO festgestellt. Es zeigte sich jedoch eine signifikante Reduktion des klinischen Scores beider Gruppen während des Klinikaufenthaltes. Im Verlauf der Mittelwerte des Endoskopiescores und der Neutrophilen zeigt sich Anstieg, und damit eine Verschlechterung, in der TCDO Gruppe und eine ggr. Verbesserung bzw. Stabilität der Kontrollgruppe.
Schlussfolgerungen: Die klinische Symptomatik sowie die labordiagnostischen
Parameter des Equinen Asthmas wurden durch die Behandlung mit dem
Immunmodulator TCDO nicht beeinflusst. TCDO scheint keine geeignete Therapie für Equines Asthmas darzustellen.:1 Einleitung
2 Literaturübersicht
2.1 Definition und klinische Symptomatik des Equinen Asthmas
2.2 Prädisposition, Prävalenz und Genetik
2.3 Ätiologie
2.4 Pathogenese
2.4.1 Lokale Veränderungen/ Prozesse
2.4.1.1 Angeborene Immunität
2.4.1.2 Adaptive Immunität
2.4.1.3 Oxidativer Stress
2.4.1.4 Strukturelle Veränderungen
2.4.2 Systemische Veränderungen
2.5 Diagnose
2.6 Therapie
2.6.1 Haltungsoptimierung
2.6.2 Medikamentöse Therapie
2.6.2.1 Bronchodilatation
2.6.2.2 Entzündungshemmer
2.6.2.3 Sekretolytika und Mukolytika
2.6.2.4 Weiteres
2.6.2.5 Forschung
2.7 Humanes Asthma
2.8 TCDO
2.9 Zielstellungen dieser Arbeit
2.10 Hypothesen der Arbeit:
3 Material und Methoden
3.1 Patientengut
3.2 Tierschutz und Vorversuch
3.3 Allgemeiner Ablauf
3.4 Allgemeine Untersuchung
3.5 Spezielle Untersuchung des Atmungsapparates
3.5.1 Ablauf
3.5.2 Tabelle Scoring System
3.6 Venenverweilkatheter und venöse Blutentnahme
3.7 Differentialblutbild
3.7.1 Blutchemie
3.7.2 Venöse Blutgasanalyse
3.8 Arterielle Blutgasanalyse
3.9 Sedation
3.10 Thorax Röntgen
3.11 Endoskopie
3.11.1 Scoring System Endoskopie
3.12 Bronchoalveoläre Lavage .
3.13 BALF-Zytologie
3.14 Medikamentendosierung, Infusionszusammensetzung und -applikation
3.15 Verwendete Untersuchungsparameter in dieser Studie
3.16 Statistische Auswertung
4 Ergebnisse
4.1 Vorversuch zur Verträglichkeit
4.2 Protokolltreue
4.2.1 Inklusionskriterien
4.2.2 Durchführung Untersuchungen, Beendigung Infusionszyklus
4.2.3 Wiedervorstellung
4.3 Erster Teil der Studie: Anwendung von TCDO beim Pferd, unerwünschte
Arzneimittelwirkungen
4.3.1 Klinische Veränderungen, Abweichungen in den Untersuchungsergebnissen
4.3.2 Ausschluss von Hepatotoxizität und Hämolyse durch TCDO
4.3.2.1 Alkalische Phosphatase (ALP)
4.3.2.2 Gammaglutamyltransferase (gGT)
4.3.2.3 Aspartat-Aminotransferase (AST)
4.3.2.4 Erythrozytenzahl
4.3.2.5 Bilirubin
4.3.3 Ausschluss von Nephrotoxizität durch TCDO
4.3.3.1 Kreatinin
4.3.3.2 Harnstoff
4.4 Zweiter Teil der Studie: Effekte von TCDO auf den Organismus
4.4.1 Aktivierung von TCDO
4.4.1.1 Hämoglobin in venösem Blut
4.4.1.2 Hämoglobin in arteriellem Blut
4.4.1.3 Methämoglobin in venöser Blutgasanalyse
4.4.1.4 Methämoglobin in arteriellem Blutgas
4.4.2 Immunmodulierende Wirkung von TCDO
4.4.2.1 Leukozytenzahl
4.4.2.2 Lymphozyten
4.4.2.3 Monozyten
4.5 Dritter Teil der Studie: Auswirkungen der Behandlung mit TCDO auf die
klinische Symptomatik des Equinen Asthmas
4.5.1 Klinischer Score
4.5.2 Endoskopie Score
4.5.2.1 Zytologie Score: Neutrophile Granulozyten in BALF .
4.5.3 Blutgasanalyse
4.5.3.1 Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut
4.5.3.2 Kohlenstoffdioxidpartialdruck in arteriellem Blut
5 Diskussion
5.1 Vorversuch
5.2 Kritische Beurteilung von Tieren, Material und Methoden
5.3 Erster Teil der Studie: Anwendung von TCDO beim Pferd, unerwünschte
Nebenwirkungen
5.3.1 Klinische Veränderungen, Abweichungen in den Untersuchungsergebnissen
5.3.2 Untersuchung von Hepatotoxizität und Hämolyse
5.3.3 Untersuchung von Nephrotoxizität
5.4 Zweiter Teil der Studie: Effekte von TCDO auf den Organismus
5.4.1 Hämoglobin
5.4.2 Bildung von Methämoglobin
5.4.3 Leukozyten, Lymphozyten, Monozyten
5.5 Dritter Teil der Studie: Auswirkungen der Behandlung mit TCDO auf die
klinische Symptomatik des Equinen Asthmas
5.5.1 Klinischer Score
5.5.2 Endoskopie und Zytologie Score
5.5.3 Blutgasanalyse
5.6 Schlussfolgerungen
6 Zusammenfassung
7 Summary
8 Tabellen- und Abbildungsverzeichnis
9 Literaturverzeichnis
10 Danksagung
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Explorative Studie zu infektiösen Ursachen für das Grüne-Leber-Syndrom bei ökologisch gehaltenen weiblichen Bronze-Puten (Meleagris gallopavo) einer Cartier-GenetikCuta, Larissa 10 November 2023 (has links)
Einleitung: Im Rahmen umfangreicher statistischer Erhebungen in den Jahren 2007 bis 2017 wurde der Gesundheitsstatus von konventionell und ökologisch gemästeten Puten während der Aufzucht- bzw. Mastphase in Deutschland erfasst. In der unmittelbar vorangegangenen Studie (Bio1) wurde festgestellt, dass ökologisch gemästete Kelly Broad Breasted Bronze (BBB)-Puten im Vergleich zu konventionell gemästeten B.U.T. 6-Puten eine signifikant erhöhte Prävalenz für Leberveränderungen aufwiesen. Besonders auffällig war ein um das Neunfache erhöhtes Auftreten grün gefärbter Lebern (GL).
Ziele der Untersuchungen: Ziel der vorliegenden Forschungsarbeit war die explorative Erhebung und Evaluation infektiöser Faktoren, welche einen kausalen Einfluss auf die Entstehung einer Grünfärbung der Leber bei nach ökologischen Richtlinien gehaltenen Mastputen haben.
Tiere, Material und Methoden: Insgesamt wurden 343 Bronze-Hennen einer Cartier Genetik aus fünf verschiedenen Mastbeständen in jeweils zwei Durchgängen mit je zwei Untersuchungsterminen (U1 = 70.– 75. Masttag, U2 = 120. – 127. Masttag) klinisch und pathologisch-anatomisch untersucht. Die Stichprobengröße von 20 Puten je Untersuchungstermin errechnete sich anhand einer erwarteten Prävalenz für GL von 27,7 % mit einem unteren 95 %-Konfidenzintervall von 18,5 % (ausgehend von Bio1), sowie einer laut VO (EG) Nr. 889/2008 maximal erlaubten Herdengröße von 2500 Tieren. Bei jeweils sechs Hennen ohne und, falls GL vorhanden, bis zu sechs Hennen mit GL schließen sich pathologisch-histologische, mikrobiologische, parasitologische und virologische Untersuchungen an. Insgesamt wurden 130 Hennen weiterführend untersucht. Die statistischen Berechnungen wurden je nach Skalierung, Verteilung und Homoskedastizität der Daten als Korrelationsberechnungen (Korrelationskoeffizient nach Bravais-Pearson, Spearman'scher Rangkorrelationskoeffizient) und Hypothesentests (Chi-Quadrat-Test, ungepaarter t-Test, Mann-Whitney-U-Test) durchgeführt. Im Vergleich mehrerer Gruppen wurde eine einfaktorielle ANOVA bzw. der Kruskal-Wallis-Test mit sich jeweils anschließendem Tukey Post-Hoc Test oder Games-Howell Post-Hoc Test implementiert. Das Signifikanzniveau lag bei p ≤ 0,05.
Ergebnisse: Die Prävalenzen für GL haben sich im Vergleich zur Vorstudie deutlich verringert. In Bio1 konnte dieser Befund bei 33,1 % der ökologisch gehaltenen Kelly-BBB-Hennen am Schlachthof erhoben werden. In der aktuellen Studie lag die Prävalenz bei den Bronze-Hennen einer Cartier-Genetik im Zuge der pathologisch-anatomischen Untersuchungen mit 9,0 % (95 %-KI [0,06;0,12]) deutlich darunter. Zwischen den einzelnen Beständen fanden sich jedoch Schwankungen zwischen 0,0 % bis 68,4 %. Pathomorphologisch zeigten die GL im Vergleich zu physiologischen Lebern signifikant häufiger eine Infiltration von Entzündungszellen (U1 p ≤ 0,05, U2 p ≤ 0,05) und waren signifikant schwerer (U1 p ≤ 0,05, U2 p ≤ 0,01). Hennen mit GL wiesen zu beiden Untersuchungszeitpunkten ein signifikant geringeres Körpergewicht auf (U1 p ≤ 0,05, U2 p ≤ 0,001). Zu U1 waren bei Hennen mit einer GL signifikant häufiger entzündliche Reaktionen im Dünndarm festzustellen (p ≤ 0,001). Zu U2 wiesen Hennen mit GL signifikant häufiger makroskopische (p ≤ 0,001) und histologische (p ≤ 0,05) Knochenläsionen auf.
Die kausale Pathogenese unterscheidet sich zwischen den zwei Untersuchungszeitpunkten. Der Nachweis des immunsupprimierenden Hämorrhagischen Enteritis-Virus (HEV) korreliert signifikant mit der GL in der frühen Mastphase (p ≤ 0,001). Weiterhin wiesen die Hennen mit HEV-Infektion signifikant häufiger pathologische Veränderungen in Milz (Splenomegalie zu U2 p ≤ 0,001) und Duodenum (katarrhalische Duodenitis zu U1 p ≤ 0,001) auf. Zu U2 manifestierte sich bei Hennen mit GL eine signifikant reduzierte Gewichtsentwicklung (p ≤ 0,001). Die HEV positiven ungeimpften Hennen zeigten die höchsten Prävalenzen für GL zu beiden Untersuchungen (U1 = 35,9 %, U2 = 20,0 %), sowie die höchste mittlere Mortalitätsrate (9,15 %). Zu U1 konnten bei diesen Hennen die höchsten relativen Milzgewichte (0,12 %) und die für das HEV charakteristischen Einschlusskörper in Milz und Duodenum gefunden werden. Darüber hinaus wiesen diese Hennen zu U2 die höchsten Prävalenzen für pathologische Veränderungen am Bewegungsapparat (20,0 %) auf.
Zu U2 korrelierten die GL signifikant mit dem Vorhandensein von makroskopischen Läsionen des Bewegungsapparats (p ≤ 0,001) sowie einer aseptischen Osteomyelitis (p ≤ 0,05). Somit kann bei den älteren Puten in wesentlichen Punkten vom klassischen Turkey Osteomyelitis Complex (TOC) und einem akuten Entzündungsgeschehen gesprochen werden. Der TOC charakterisiert sich dabei durch das gleichzeitige Vorliegen einer GL und pathologischen Prozessen am Bewegungsapparat, welche durch Escherichia coli und Staphylococcus aureus hervorgerufen werden können. Letzterer ließ sich bei einer Henne mit GL aus multiplen Organen und dem Kniegelenk isolieren.
Schlussfolgerungen: Die Befunde dieser Forschungsarbeit sprechen für eine deutliche gesundheitliche Beeinträchtigung der Puten mit einer GL. Die Schädigung der Leber als zentrales Stoffwechselorgan stellt dabei einen ernstzunehmenden Indikator für die Tiergesundheit bei Mastputen dar. Des Weiteren lassen die Befunde vermuten, dass eine Infektion mit dem HEV die Tiergesundheit auch langfristig negativ beeinflusst. Liegen innerhalb eines Durchgangs Prävalenzen von mehr als 1 % für GL vor, so sollte im Sinne des Tierwohls und des Verbraucherschutzes eine Ursachenanalyse mit folgenden Reduktionsmaßnahmen durchgeführt werden. Die Schwankungen der Prävalenzen zwischen den einzelnen Beständen sprechen jedoch dafür, dass die Entstehung der GL keine universell in der ökologischen Putenhaltung vorkommende Problematik darstellt. Der mit den GL im Zusammenhang stehende TOC konnte in dieser Studie als ein multifaktoriell bedingtes Geschehen charakterisiert werden. Dieses wird unter anderem von interagierenden Faktoren wie der Gesundheitsprophylaxe (insb. die Impfung gegen HEV), bakteriellen, parasitären oder viralen Erregern beeinflusst. In Bezug auf das HEV konnte ein negativer Effekt auf die Tiergesundheit inklusive häufig grün gefärbter Lebern nachgewiesen werden. Somit stellt die HEV-Impfung mit einer an die aktuell zirkulierenden Stämme angepassten Vakzine eine Möglichkeit dar diesen Faktoren auch langfristig vorzubeugen.
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